Landing-Page erstellen

Landing-Page erstellen: 6 Bausteine für mehr Kunden

Landing-Pages gehören zu einer erfolgreichen Webseite. Gemeint ist eine Seite auf der dein Besucher „landet“, wenn er wo anders auf einen Link klickt.

Hm… Dann ist doch eigentlich jede Seite eine Landing-Page, oder? Ja, irgendwie schon.

Wenn wir von Landing-Pages sprechen, geht es aber in der Regel um’s Geschäft. Auf der Seite wollen wir etwas verkaufen. Entweder für Geld oder für den Kontakt, sprich E-Mail-Adresse.

Das Thema Landing-Pages wird so viel diskutiert und beschrieben, dass am Ende keiner mehr durchblickt. Deshalb habe ich eine Zusammenstellung für dich mit den wichtigsten Aspekten einer Landing-Page und einigen hilfreichen Links.

Wie ist eine Landing-Page aufgebaut?

Allgemein kannst du eine Landing-Page in mehrere Blöcke aufteilen, die unterschiedliche Funktionen erfüllen. Dabei ist die Reihenfolge der einzelnen Elemente wichtig.

Deshalb haben Landing-Pages auch keine Navigationsleiste, wie „normale“ Webseiten. Wir wollen, dass unser Besucher die Infos in einer festgelegten Reihenfolge bekommt und rumspringen kann, wie er gerade lustig ist.

1. Landing-Page Header

Zu deutsch der Kopf der Seite, also das, was du zuerst siehst. Sehr oft kommt hier ein großes Bild zum Einsatz. Das ist ok, aber bitte nicht nur ein Bild. Das ist zwar hübsch, hilft uns aber nix.

  • Stelle einen Bezug zum Ausgangspunkt deines Besuchers her. Stell dir vor du würdest drinnen ein Gespräch fortsetzen, das du vor der Tür begonnen hast. Nutzt du die Landing-Page beispielsweise mit einer Anzeige, greif die Headline auf, verwende das gleiche Bild. Kommen die Leute (auch) von deiner Webseite auf die Landing-Page? Dann sollten Farben, Schriftart und Layout zusammen passen.
  • Sag den Leuten in der Überschrift was du für sie tun kannst. Deine Besucher müssen sich angesprochen fühlen und darin wiedererkennen. Sonst lesen sie nicht weiter
  • Nutze eine Unterüberschrift für zusätzliche Informationen. Nicht immer passt alles in die Headline
  • Dein Header-Bild zeigt idealerweise dein Produkt oder den Nutzen deines Produkts
  • Wenn dein Header den gesamten Bildschirm ausfüllt, musst du zeigen wo es jetzt weiter geht. Mit einem Pfeil, der nach unten zeigt oder einem Button, der den Besucher zum nächsten Element der Seite bringt.

2. Das Problem

Im Header hast du deinen Besucher neugierig gemacht. Er fühlt sich angesprochen und will jetzt mehr wissen. Beschreibe als nächstes das Problem. Hier musst du zeigen, dass du deinen Leser und seine Lage nachvollziehen kannst. Das kann ruhig bildhaft und emotional geschrieben werden, nur nicht übertreiben. Auf keinen Fall darfst du deinem Besucher hier trockene Fakten um die Ohren hauen.

3. Die Lösung – jetzt kommst du

Hat dein Besucher bis hierhin gelesen, ist er mindestens mal interessiert. Jetzt musst du zeigen, dass dein Produkt was taugt. Bevor du hier in die Vollen gehst, beschreib den Nutzen deines Produkts für den Kunden, zeichne ein lebendiges Bild wie es für ihn wäre, wenn er dein Produkt hat.

4. Der Beweis

Menschen sind skeptisch, besonders im Internet. Bei mir ist das ganz schlimm. Bisher hast du nur gezeigt, dass du das Problem verstanden hast und wie toll es wäre das Problem gelöst zu haben.

Wenn du jetzt sagst: „Hey, kauf mein Buch (oder was auch immer)“, zeigt dir dein Interessent den Vogel und kauft gar nichts.

Ist auch logisch. Er will wissen ob und warum ausgerechnet DU das hinbekommen sollst, was er oder andere bisher nicht geschafft haben. Jetzt ist also Zeit die schweren Geschütze aufzufahren:

  • Kundenstimmen (auch „Testimonials“, ich mag dieses Wort nicht…): Das beste was es gibt, aber sie müssen authentisch sein! Auf keinen Fall darfst du dir Meinungen ausdenken! Dazu ein kleines Foto des Schreibers und dessen Webseite. Das steigert die Authentizität enorm.
  • Schildere deine eigenen Erfahrungen, was hast du mit deinem Produkt geschafft? Welche Erfolge und Ziele hast du erreicht?
  • Erkläre ganz konkret welche Ergebnisse du deinem Kunden liefern kannst. Verwechsel das aber nicht mit Daten oder Spezifikationen. Dein Smartphone nimmt 30 Bilder pro Sekunde auf? Super… Du verpasst beim Fotografieren mit dem Handy nie wieder den perfekten Moment? Das ist doch mal eine Ansage! Du verstehst?
  • Untermauere deine Behauptungen mit wissenschaftlichen Belegen. Studien, Forschungsergebnisse und so weiter. Die Quelle sollte natürlich seriös sein und von dir verlinkt werden.
  • Abhängig von deinem Business oder Produkt kannst du hier auch mit Kennzahlen aus den sozialen Netzwerken, wie Facebook- oder Googlebewertungen arbeiten. Bewertungen und Downloadzahlen aus dem Store dürfen bei Apps auf gar keinen Fall fehlen.

5. Verkaufen – na endlich…

Ein ganz schöner Haufen Holz, was? Aber jetzt ist es soweit. Hier kommt dein „Kaufen“-Button oder dein Anmeldeformular, je nach dem. Ich verwende das jetzt mal synonym, der Einfachheit wegen.

Deinen „Kaufen“-Button präsentierst du sehr schlicht, also ohne viel Drumherum. Dafür hebt er sich aber deutlich vom Rest der Seite ab. Am besten durch eine extra Farbe. So sticht dieser Bereich auch beim Überfliegen der Seite sofort ins Auge.

Der Prozess muss so simpel wie möglich sein, hinterfrage jeden Schritt, jedes Formular, jedes Feld. Brauchst du das wirklich?

6. Die Garantie

Um das Drücken des Knopfes leichter zu machen, hilft die Garantie. Zumindest, wenn du ein Produkt gegen Geld verkaufst. Denk mal drüber nach eine 14-Tage-Geld-zurück-Garantie oder so anzubieten. Das hilft ungemein bei der Entscheidung.

Letztendlich willst du zufrieden Kunden. Das bringt dir auch am meisten und da du sicher keinen Schrott verkaufst und den Leuten keinen Quatsch erzählst werden die tatsächlichen Rückgaben sich auch in Grenzen halten.

Dann wäre da noch…

… Impressum und Datenschutzerklärung darfst du nicht vergessen. Optional kannst du auch noch folgende Elemente einbauen:

  • Countdown: Menschen schieben Dinge gerne auf. Das ist einfach so. Mit einem zeitlich begrenzten Angebot oder Bonus, einer festen Anzahl verfügbarer Plätze, … kannst du dem ein wenig entgegen wirken. Nur übertreiben solltest du es nicht.
  • FAQ: Auch wenn du gefühlt schon alles erklärt hast, gibt es trotzdem immer wieder Nachfragen. Die kannst du im FAQ-Bereich beantworten, selbst wenn sie eigentlich schon weiter oben beantwortet wurden. Wichtig: Die FAQs dürfen keine Links auf eine andere Seite sein!
  • Zusätzliche Überschrift: Je nach Länge deiner Landing-Page solltest du zwischendurch einen Block mit einem zusätzlichen Statement, ähnlich wie in der Überschrift einbauen. Sprich: Wenig Text auf viel Fläche. Hier bringst du dein Alleinstellungsmerkmal, ein richtig starkes Argument für dein Produkt. Außerdem lockert dieser Baustein die Seite spürbar auf. Es klebt nicht mehr so viel Text hintereinander.

Bevor du deine Landing-Page online stellst…

  • Geh die einzelnen Elemente der Seite nochmal durch. Stell dir bei jedem die Frage: Was ist seine Aufgabe? Dient diese Aufgabe dem Ziel meiner Seite? Wenn nein, weg damit.
  • Lies deine Texte durch, am besten zweimal. Streich jedes unnötige Wort raus.

Bessere Texte für deine Landing-Page

Das beste Konzept bringt dir nichts, wenn der Inhalt den Besucher nicht abholt. Auf onlinemarketing.de findest du acht sehr gute Tipps aus der Masterclass von Jacob McMillen. Hier die Kurzfassung :

  • Erzählfluss: Reihe die einzelnen Teile deiner Landing-Page nicht einfach nur aneinander wie Backsteine. Verbinde die einzelnen Bereich inhaltlich, damit beim Lese ein Fluss entsteht, der den Leser immer weiter treibt.
  • 15-Sekunden-Regel: Prüfe ob jeder Baustein innerhalb von 15 Sekunden verstanden werden kann. Fasse dich so kurz wie möglich.
  • Lesbarkeit: Bring Struktur in deinen Text und achte darauf, dass das Layout der Seite diese Struktur auch optimal wiedergibt.
  • Zielgruppe: Schreib deine Texte für deinen Wunschkunden. Der Sprachstil, die Worte und auch die Bilder müssen deinen Wunschkunden ansprechen.
  • Entwürfe: Überarbeite deine Entwürfe oder arbeite gleich mit mehreren Versionen. Teste welche besser funktioniert.
  • Unterscheide zwischen Emotionen, die beim Lese des Textes entstehen und denen, die bei der Nutzung deines Produkts geweckt werden. Beide musst du an den geeigneten Stellen ansprechen.
  • Testen, testen und nochmal testen. Du brauchst nicht zwingend eine A/B-Testfunktion, aber variiere deine Landing-Page und schau welche Variante die besseren Resultate liefert.

Landing-Page Tools und Software

Weil Landing-Pages so ein wichtiges Werkzeug sind, kannst du dir sicher vorstellen, dass es einige Anbieter gibt, die allesamt die ultimative Lösung verkaufen wollen. Die gibt’s aber nicht, das vorweg. Es gibt einige sehr gute Tools, um Landing-Pages zu erstellen. Am Ende musst du aber schauen welches davon dir am meisten liegt, welches am besten in deinen Workflow reinpasst.

Deshalb will ich dir auch gar nicht ein spezielles Tool oder Plugin empfehlen, sondern mal die gängisten kurz und knapp vorstellen.

Stand-Alone Landing-Page Tools

Die folgenden Tools funktionieren allesamt unabhängig von deiner Webseite.

1. Leadpages

Leadpages ist ein Anbieter aus den USA und daher nur auf Englisch verfügbar. Hier kannst du Landing-Pages für alles Mögliche bauen und verwalten. Leadpages bietet eine Menge an fertigen, conversion-optimierten Vorlagen. Dazu natürlich Conversion-Tracking und Split-Tests. Die Seiten liegen dabei auf den Servern von Leadpages.

Vorteile

  • schnelle Seitenerstellung (keine Installation, da browserbasiert; viele getestete Vorlagen)
  • Analyse und Splittesting (ab Pro Version)

Nachteile

  • Abo-Modell
  • externer Dienst

2. ClickFunnels

ClickFunnels ist erstmal ähnlich wie Leadpages, auch auf Englisch, kann aber noch viel mehr. Während Leadpages nämlich „nur“ Landingpages bauen kann, bringt ClickFunnels gleich noch das ganze Drumherum mit. Du kannst damit quasi die gesamte „Reise“ eines potentiellen Kunden abbilden. Vom ersten Kontakt mit dir und deinem Angebot, über verschiedene kostenlose Angebote wie eBook, Videos oder Webinare bis hin zur Verkaufsseite. Eine All-in-One-Lösung sozusagen.

Vorteile

  • Komplettlösung, keine zusätzlichen Tools nötig
  • viele Vorlagen
  • schnelle Seitenerstellung (keine Installation, da browserbasiert; viele getestete Vorlagen)
  • Analyse und Splittesting

Nachteile

  • Abo-Modell
  • nicht gerade günstig
  • auf den US-Markt abgestimmt (Integration von in Deutschland beliebten Diensten nicht oder nur bedingt möglich)
  • externer Dienst

3. Unbounce

Ähnlich wie Leadpages im Funktionsumfang. Die Webseite ist zwar auch auf deutsch verfügbar, der Page Builder allerdings nicht. Dafür ist Unbounce recht intuitiv zu bedienen. Bezahlt wird monatlich, der Preis hängt von der Anzahl der Seitenbesucher ab.

Vorteile

  • intuitiver Baukasten
  • viele Schnittstellen
  • schnelle Seitenerstellung (keine Installation, da browserbasiert; viele getestete Vorlagen)
  • Analyse und Splittesting

Nachteile

  • Abo-Modell
  • externer Dienst

Landing-Page mit WordPress erstellen

Irgendwie bin ich ja schon ein kleiner Kontrollfreak. Mir sind Lösungen bei denen ich die Kontrolle über die Daten meiner Besucher habe tausend Mal lieber. Wenn die irgendwo auf der Welt auf einem Server rumliegen, finde ich das nicht gut.

Klar, meine Webseite liegt auch auf einem Server bei einem Hosting-Anbieter aber hier in Deutschland.

Deshalb bin ich auch so ein großer Fan von WordPress. Denn damit lässt alles umsetzen, so auch Landing-Pages:

1. Optimize Press

Eines der bekanntesten Landing-Page Tools für WordPress. Optimize Press gibt es als Theme und als Plugin. Beide bringen einen Baukasten zum schnellen Zusammenklicken von Seiten mit.

Vorteile

  • selbst gehostet
  • einfaches Baukasten-System

Nachteile

  • englische Oberfläche
  • volle Funktionalität erst ab eher teurem Publisher Paket

2. Thrive Landing Pages

Die Jungs und Mädels bei Thrive Themes haben sich Conversion-Optimierung auf die Fahne geschrieben. Da darf ein Landing-Page Tool nicht fehlen. Thrive Landing Pages bringt fast alles, was man so braucht. Viele optmimierte Vorlagen, aber auch die Möglichkeit Landing-Pages komplett selbst zu gestalten und das alles innerhalb deiner WordPress-Seite. Dazu ein umfangreicher Editor, den ich vom Thrive Leads Plugin kenne und etwas umständlich in der Bedienung finde.

Vorteile

  • selbst gehostet
  • viele Vorlagen
  • mächtiger Editor

Nachteile

  • Editor etwas umständlich
  • vielleicht schon zu viele Freiheiten in der Gestaltung

Ich habe hier bewusst nur Tools vorgestellt, die speziell für Landing-Pages entwickelt wurden. Plugins und Themes mit Page-Buildern, mit denen du am Ende alles machen kannst, habe ich mal außen vorgelassen. Ich bin kein Fan von Lösungen, die alles können (sollen).

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