Newsletter Tools – ein Überblick

An allen Ecken wird es verkündet. Andauernd. Die E-Mail ist nicht tot!

Ist klar… Wir haben’s alle verstanden.

Versteh mich nicht falsch, ich will nicht meckern und schon gar nicht etwas anderes behaupten. Newsletter sind toll und funktionieren super, wenn man gute Newsletter schreibt (dazu aber ein anderes Mal).

Das hier soll eine lose Serie zum Thema „Aufbau einer E-Mail Liste“ werden. Anfangen möchte ich damit verschiedene Anbieter/Tools vorzustellen.

„Hä, wieso fängst du damit an!?“

Weil die Entscheidung für ein Tool wichtig ist und der Wechsel von dem einen zu einem anderen nicht ganz unkompliziert ist. Dazu kommt, dass die rechtlichen Aspekte ziemlich verwirrend sind und es alle möglichen und unmöglichen Vorschriften und Regelungen zu beachten gibt.

Ich bin kein Jurist. Deshalb kann ich dazu auch keine verbindlichen Auskünfte geben. Fakt ist, dass es eine Menge Tools gibt und, dass diese auch von sehr vielen Leuten genutzt werden. Inwieweit sich da jeder Einzelne an die ganzen Vorgaben hält weiß ich nicht.

Eine gute Quelle ist der Blog von Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke, wenn es um solche Fragen geht.

Nur so viel zum datenschutzrechtlichen Teil: Wenn du in Deutschland sitzt musst du dich sowohl mit dem EU-Datenschutzrecht rumschlagen als auch mit dem deutschen.

Für Anbieter außerhalb der EU wird es dann nochmal schwieriger. In der Regel geht es da um Firmen mit Sitz in den USA. Dafür gibt es den EU-US Privacy Shield, zu dem sich US-Unternehmen bekennen müssen.

Für das deutsche Recht kommt dann nochmal der Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung dazu (engl. Data Processing Agreement), ohne den wir keine Adressen sammeln dürfen.

Es gibt natürlich noch eine Menge mehr Vorschriften aber die hast du größtenteils selbst in der Hand. Dazu schau dir aber den Blog von Thomas Schwenke an.

Newsletter Tools – Listen oder Tags?

Die verschiedenen Anbieter lassen sich ganz grob in zwei Gruppen einteilen. Die Mehrheit arbeitet mit Listen. Das heißt deine Empfänger tragen sich in eine Liste ein und du versendest deine Mails an die jeweils passende Liste.

Du kannst zwar problemlos an mehrere Listen Mails verschicken, wobei doppelte Adressen aussortiert werden. Kompliziert wird es aber, wenn du Adressen beispielsweise auf mehreren Wegen sammelst und später noch genau nachvollziehen willst woher welcher Leser gekommen ist. Deine Liste lassen sich, je nach Anbieter, segmentieren, sprich nach bestimmten Eigenschaften filtern. Zum Beispiel allen, die deine letzte Mail nicht geöffnet haben nochmal eine Erinnerung schicken. Segmentierungen sind aber nur begrenzt möglich.

Dann hast du früher oder später gefühlte hundert Listen. Das ist nicht nur mega unübersichtlich, sondern auch teuer, denn in der Regel bezahlst du abhängig von der Menge an Kontakten und hier zählen doppelte auch wirklich doppelt.

Bei tag-basierten Tools hast du wirklich nur eine Liste. Dafür kannst du für alle möglichen Aktionen und Dinge „Tags“ (deutsch „Schildchen“) vergeben. Stell dir das vor wie kleine Aufkleber, die du deinen Kontakten auf die Stirn klebst.

Da können dann Sachen draufstehen wie „Hat sich mein Blogger-Cheat-Sheet runtergeladen“, „Hat den letzten Newsletter geöffnet aber nicht auf den Link geklickt“ oder „Hat einen Hochdruckreiniger in meinem Shop gekauft“. So kannst du den Leuten sehr gezielt die Infos zukommen lassen, die für sie relevant sind.

Fazit zu Tags und Listen

Eigentlich stellt sich die Frage ob Tags oder Listen gar nicht mehr, oder? Ich würde sofort ein tag-basiertes Tool nehmen. Ich WÜRDE…

Das Problem ist, dass es von deutlich weniger Diensten angeboten wird und dann noch die Sache mit dem Datenschutz dazukommt. Das wirst du jetzt gleich sehen, wenn ich dir die „üblichen Verdächtigen“ vorstelle.

Gängige Newsletter Anbieter im Überblick

Cleverreach

Wir starten mit dem Tool, das ich selbst nutze. Cleverreach ist ein Anbieter aus und mit Standort in Deutschland. Das Tool funktioniert über Listen und kann für bis zu 500 Empfänger kostenlos genutzt werden. Leider nur mit Cleverreach Logo in den Formularen etc.

Dafür hast du aber die Möglichkeit zwischen monatlicher Bezahlung nach Listengröße oder einer Prepaid-Variante, bei der du eine bestimmte Stückzahl an E-Mails, die du versenden kannst, einkaufst. Dann verschwindet auch das Logo.

Die Listen sind segmentierbar, leider nicht perfekt. Ich kann leider nicht trennen aus welcher Quelle die verschiedenen Empfänger gekommen sind. Dafür bietet Cleverreach ein recht umfangreiches Automatisierungstool, das ich sehr gerne nutze.

Einer der Hauptgründe für Cleverreach ist für mich der Standort in Deutschland und die (auch) damit verbundene Einhaltung der deutschen und europäischen Datenschutzgesetze.

mein newsletter tool cleverreach
Meine Newsletter Software – Cleverreach Dashboard

Klick-Tipp

Hier hätten wir ein tag-basiertes Tool. Leider passen die Preise bei Klick-Tipp gar nicht zu meinen Anforderungen. Die Pakete werden nämlich nicht, wie üblich, nach Anzahl der Empfänger gestaffelt, sondern anhand anderer Features getrennt. Somit ist mir das ingesamt deutlich zu teuer.

Dadurch wird das, was ich bräuchte eindeutig zu teuer für mich. Ich bin insgesamt kein Fan von Klick-Tipp, aber das ist auch Geschmackssache.

Übrigens: Auch wenn auf der Seite „Made in Germany“ steht, sitzt das Unternehmen in Großbritannien.

Newsletter2Go

Newsletter2Go ist wieder ein Anbieter aus Deutschland. Hier gibt es weder Tags noch Listen, sondern nur Adressbücher. Die sind komplett voneinander getrennt. Im Grunde verhält sich das so, als würdest du dich in zwei verschiedene Konten einloggen.

Das Tool bietet einige Standardfunktionen, leider nicht so umfangreich wie beispielsweise Cleverreach. Das liegt meiner Meinung nach vor allem daran, dass die Zielgruppe des Anbieters eine andere ist. Um einfach nur Mails zu verschicken ist Newsletter2Go aber eine gute Wahl.

Das Testangebot mit 1000 E-Mail Credits pro Monat kostenlos ist wirklich ordentlich und auch datenschutztechnisch wird hier alles angeboten, was man braucht.

newsletter2go - ein soldies newsletter tool
Startbildschirm von Newsletter2Go

ActiveCampaign

Wenn man so will ist ActiveCampaign die Königsklasse der E-Mail Marketing und Newsletter Tools. Es arbeitet mit Tags und kann wohl so ziemlich alles, was man sich nur vorstellen kann.

Entsprechend umfangreich ist das Ganze auch und braucht etwas mehr Einarbeitungszeit. Ich ringe immer noch mit mir ob ich nicht darauf umsteigen soll. Es gibt aber (natürlich) wieder zwei Punkte, die dagegen sprechen.

Auch dieser Anbieter sitzt in den USA. ActiveCampaign hat sich zwar verpflichtet, die Anforderungen des Privacy Shields zu erfüllen und ist somit mit EU-Recht vereinbar, allerdings bieten sie keinen Vertrag an, wie wir ihn für das deutsche Recht brauchen. Ich habe dem Support geschrieben und die können mit dem „Data Processing Agreement“ gar nix anfangen.

Mailchimp

Das Tool mit dem Affen ist wahrscheinlich eines der bekanntesten. Es basiert auch auf Listen und bietet einen sehr guten, kostenlosen Tarif für Einsteiger an, bei dem du auf keine wichtige Funktion verzichten musst. Dazu finde ich es insgesamt recht benutzerfreundlich und wegen der weiten Verbreitung wird es auch von vielen Tools, Shops und so weiter unterstützt.

Der große Haken ist, dass der Anbieter in den USA sitzt, was datenschutztechnisch meiner Meinung nach immer einen zusätzlichen Mehraufwand bedeutet. Mailchimp bietet aber einen entsprechenden Vertrag an, mit dem du es aktuell datenschutzkonform nutzen kannst.

Thomas Schwenke, den ich oben schon erwähnt habe, hat dazu eine sehr ausführliche Anleitung geschrieben.

Wenn Mailchimp tag-basiert wäre, würde ich es nutzen. Da es aber mit Listen arbeitet, habe ich Cleverreach genommen.

mailchimp - eines der beliebtesten newsletter tools
Mailchimp Dashboard – eines der beliebtesten Newsletter Tools

Getresponse

Hier haben wir einen Anbieter aus Polen, also immerhin EU. Obwohl Getresponse bei mir in der engeren Wahl war, habe ich mir den gar nicht so genau angeschaut.

Auch da wird mit Listen gearbeitet, preislich sind die absolut im Rahmen, so wie die übrigen, die ich genannt habe (mit Klick-Tipp als Ausnahme).

Eine Besonderheit hier ist, dass es neben den gängigen Features für den Versand von E-Mails auch die Möglichkeit gibt Landing-Pages zu erstellen und Webinare abzuhalten. Wenn du darüber nachdenkst und gerne einen all-in-one Lösung hättest, dann solltest du Getresponse zumindest mal ausprobieren.

Newsletter Tools Fazit

Du siehst, den perfekten Anbieter gibt es nicht. Falls doch melde ich mich (oder du schreibst bitte mit, wenn du ihn gefunden hast). Es gibt außerdem auch Möglichkeiten sowas selbst zu hosten oder als Plugin in WordPress einzubinden.

Das würde ich nicht machen. Abgesehen davon, dass dir die Plugins die Datenbank vollmüllen, sind die Server der Webhoster nicht für den Versand von E-Mails gedacht. Einige Hoster erlauben das auch gar nicht. Das hat vor allem mit Anti-Spam-Maßnahmen zu tun. Wenn nämlich irgendwer auf dem Server Mist versendet, leiden alle Kunden darunter. Die Server der Newsletter-Anbieter sind spezialisiert und hier wird auch auf eine hohe Qualität geachtet.

Such dir also den Anbieter aus, der am besten deine Anfoderungen deckt. Die meisten bieten eine kostenlose Testmöglichkeit. Die kannst und sollst du nutzen.

Wenn ich einen wichtigen Anbieter vergessen habe, dann schreib mir gerne in die Kommentare und ich ergänze das gerne noch.

Ist deine Webseite bereit für den Aufstieg?
Websteiger Webseiten Fitness Check Logo

Mach mit beim Websteiger Fitness-Check und find's raus! Kostet nix und lohnt sich, versprochen.

Los geht's
Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Meine Webseite nutzt Cookies. Nutzt du die Seite weiterhin, erklärst du dich damit einverstanden. Mehr Infos dazu