WordPress ist langsam? Das kannst du tun!

Hast du manchmal auch das Gefühl dein WordPress fährt mit angezogener Handbremse? Am Anfang ist dir das gar nicht aufgefallen. Wahrscheinlich weil es da auch noch gar nicht so war. Aber mit der Zeit lädt alles immer länger und länger und läääääääännnnggggeeeeeeer. *Gähn*

Das ist nicht nur für dich total nervig, wenn du mal eben etwas verändern willst, sondern auch für deine Besucher. Nur sind die deutlich ungeduldiger als du. Wenn die Seite nicht lädt, dann gehen die halt wo anders hin.

Die Ursachen dafür können leider sehr unterschiedlich sein. Eine Universallösung gibt es nicht.

Wir schauen uns hier zuerst mal die „üblichen Verdächtigen“ an und danach ein paar Maßnahmen, die deine Seite noch etwas mehr auf Touren bringen.

Das WordPress Theme

Ein WordPress Theme, das unsauber geschriebenen Code enthält oder schlicht und ergreifend mit zu vielen Funktionen und Anpassungsmöglichkeiten vollgepackt wurde, ist leider alles andere als performant.

Gerade die ganzen sogenannten „Premium Themes“ bieten eine Fülle an Varianten und Variationen. Da diese ganzen Features aber alle dynamisch sind und immer wieder berechnet werden müssen, kann ein solches Theme deine ganze Seite ordentlich ausbremsen.

Generell solltest du Themes, die versuchen alles zu sein, am besten vermeiden. Es scheint zwar toll, wenn man alles verändern und anpassen kann, ist es aber nicht, glaub mir.

Die WordPress Plugins

Ein Grund für die große Beliebtheit von WordPress ist die riesige Menge verfügbarer Erweiterungen, mit denen sich kinderleicht zusätzliche Funktionen einbauen lassen.

Generell ist jedes Plugin eine zusätzliche Last für deine Seite. Daher gilt: Je weniger Plugins, desto besser. Das soll jetzt nicht heißen, dass du komplett auf Plugins verzichten musst. Du solltest aber immer genau überlegen, ob du diese oder jene Funktion wirklich brauchst.

Wichtige Kriterien für die Plugin-Auswahl sind die Bewertungen und auch das Datum des letzten Updates. Daran siehst du schnell, ob eine Erweiterung noch aktiv weiterentwickelt und verbessert wird. Es kann auch nicht schaden von Zeit zu Zeit, zum Beispiel wenn ein WordPress-Update erschienen ist, einmal die installierten Erweiterungen durchzugehen, zu hinterfragen und auch zu löschen.

Oft vernachlässigt wird auch das Testen neuer Plugins. So hatte ich selbst schon Fälle, in denen irgendwann gar nichts mehr ging, weil ein Plugin schlicht zu viel Leistung beanspruchte oder gar die Datenbank mit allerlei Einträgen zugemüllt hatte. Leider macht sich das in vielen Fällen nicht sofort, sondern erst später bemerkbar.

Aus diesem Grund rate ich auch von den meisten Erweiterungen ab, die irgendwelche Statistiken oder Logs mitbringen. Eine aufgeblasene Datenbank zu bereinigen ist kein Spaß.

Hast du also das Gefühl, dein WordPress steht dauerhaft auf der Bremse oder quittiert einige Aktionen mit Fehlermeldungen, schalt mal testweise alle Plugins ab und schau was passiert.

Übrigens ein gutes Tool, um die Ladezeit deiner Seite zu testen, ist webpagetest.org. Wie du das richtig einstellst, auswertest und was die ganzen Werte bedeutet, erkläre ich im Websteiger Fitness-Check.

Der Server

Kennst du das? Wenn zu viele Leute gleichzeitig etwas von dir wollen, geht irgendwann einfach gar nichts mehr. Bei einem Server ist das genauso.

Wenn jede Menge Leute auf deine Seite zugreifen, ist das toll, aber die Technik muss das mitmachen. Deshalb empfehle ich auch bei der Wahl des Hosters sorgfältig zu sein. Es braucht schon einige Besucher, um einen Server in die Knie zu zwingen aber unmöglich ist es nicht. Dazu kommt, dass du, wenn du keinen eigenen Server mietest, mit mehreren Kunden auf einem Server sitzt. Unter Umständen liegt es also gar nicht an dir, wenn deine Seite nicht mehr will.

Ist mir selbst vor ein paar Wochen passiert. Meine Seiten waren plötzlich, ohne erkennbaren Grund, nicht mehr erreichbar. Dann ging es wieder eine Weile gut, dann wieder nicht mehr.

An meinen Seiten hatte ich nichts verändert, was das hätte verursachen können. Also habe ich einfach mal selbst meinen Fitness-Check für Webseiten gemacht, um zu sehen was da los ist. Dabei stellte sich heraus, dass der Server wahnsinnig lange brauchte, um auf Anfragen zu antworten.

Die Testergebnisse habe ich dann an den Support meines Hosters geschickt. Die mussten zwar auch etwas tiefer graben, konnten meine Vermutung aber bestätigen und das Problem beheben.

Im Zweifel also ruhig mal beim Hoster nachfragen, am besten aber mit Zahlen untermauern, sonst bekommst du wahrscheinlich zuerst mal eine Standardantwort.

So machst du dein WordPress schneller

Eine frisch aufgesetzte WordPress-Seite ist überhaupt nicht langsam. Sie wird es aber mit der Zeit, weil viele es einfach nicht besser wissen.

Warum sollte eine Webseite überhaupt schnell sein?

Ganz einfach: Die Leute haben keinen Bock zu warten. Es heißt 3 Sekunden hast du Zeit, danach ist der Besucher weg.

Das Problem ist offenbar so groß, dass auch Google die Ladezeit als offizielles Bewertungskriterium für Webseiten nennt. Das heißt schnellere Seite, höhere Platzierung in den Suchergebnissen. Und das wollen wir doch alle 🙂

Du kannst zum Glück eine ganze Menge dagegen tun. Du wirst vielleicht nicht alles, was ich hier erkläre, selbst machen können. Setz um was du kannst. Den Rest kannst du zum Beispiel deinem Webmaster geben. Oder du lässt mich mal drüber schauen 😉

Aber genug Text, folgendes kannst du tun, um deine Webseite schneller zu machen:

Technik aufrüsten

Das ist wahrscheinlich die einfachste Möglichkeit. Du setzt deine Webseite einfach auf ein Rennpferd und ab dafür.

Soll heißen, je mehr Leistung der Server hat, auf dem deine Seite gehostet wird, desto besser sind auch deine Ladezeiten. In meinem Artikel zur Auswahl des richtigen Hosters findest du alles, was du dazu wissen musst.

Das Problem dabei: Stärkere Hardware kostet auch mehr Geld und zwar jeden Monat. Da wäre es schon sinnvoller zunächst einmalig Zeit oder Geld in etwas zu investieren, was die Seite dauerhaft schneller macht, oder?

Caching nutzen – was ist eigentlich ein Cache?

Es gibt wenig, was so viel Zeit spart wie ein guter Cache. Stellt sich nur die Frage was ist ein Cache eigentlich?

Ich hab mal geschaut, was das englische Wort „Cache“ eigentlich bedeutet. Natürlich hat es mittlerweile viele technische Bedeutungen. Die älteren Übersetzungen lauten aber zum Beispiel „geheimes Lager“ oder „Waffenversteck“. Also im Grunde ein Vorrat, den man nicht sieht, dir aber einen Vorteil verschafft.

Und genau das tut der Cache auch. Die Idee dahinter ist, Daten an einem Ort zu zwischenzuspeichern wo man schneller darauf zugreifen kann als auf den Originalspeicherort.

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zuerst hätten wir den Cache deines Browsers.

Dein Browser ist nämlich ziemlich clever und speichert die Inhalte von Seiten, die du besucht hast auf der Festplatte deines Computers ab. So müssen HTML, CSS, Skripte und Bilder nicht jedes Mal aus dem Internet runtergeladen werden, sondern liegen schon auf deiner Festplatte bereit. Sie von dort zu laden geht natürlich viel schneller als sie aus dem Netz zu ziehen.

Einen Haken hat die Sache aber: Wenn du auf deiner Webseite etwas veränderst, die Leute aber die ganzen Inhalte schon in ihrem Cache liegen haben, wie sollen die was von den Ändeurngen mitbekommen?

Das wird über eine Datei, die sich „.htaccess“ nennt, geregelt. Die liegt auf deinem Server rum (genauer gesagt im Root-Verzeichnis deiner Seite, das ist dort wo auch die wp-config.php zu finden ist) und da steht drin wie lange welche Inhalte im Cache bleiben sollen.

So wirst du Bilder und Skripte wahrscheinlich sehr selten ändern. Neue hinzufügen vielleicht, aber die liegen ja dann noch nicht im Cache.Sobald eine Datei nämlich einen neuen Namen hat, kann sie nicht mehr aus dem Cache geladen werden. Hier könntest du also in die .htaccess schreiben, dass Bilder ein Jahr lang gültig sind.

Am CSS, das hauptsächlich für das Aussehen deiner Seite verantwortlich ist, wird sich vielleicht hin und wieder mal etwas ändern. Also gibst du hier eine kürzere Haltbarkeit an. Beim HTML ändert sich sehr wahrscheinlich oft etwas, denn darin befindet sich der Text, der auf deiner Seite steht und auch Angaben wo welches Bild angezeigt wird und so weiter. Gerade wenn du einen Blog schreibst verändert sich der Inhalte ja dauernd. Hier sollte die Haltbarkeit entsprechend kurz gewählt sein.

Die Werte sind natürlich nur Richtwerte. Du weißt selbst am besten wie oft du was veränderst. Wenn du das selbst einrichtest, findet du hier eine gute Basis für deine eigene .htaccess.

Du kannst aber auch noch einen zweiten Cache direkt für deine WordPress-Seite einrichten und das solltest du auch unbedingt tun.

Das Tolle an WordPress ist zwar, dass du deine Inhalte ganz einfach bearbeiten kannst und sie getrennt vom Design deiner Seite sind. Auch wenn du ein neues Theme installierst bleiben deine Inhalte (weitestgehend) davon unberührt.

Das Problem dabei: Damit das funktioniert, müssen die Inhalte getrennt vom Rest abgespeichert sein. Es liegen also an einem Ort die ganzen Dateien des Themes rum und wo anders die Inhalte. Beim Aufrufen der Seite muss der Server also die ganzen Daten erst einmal holen, zusammenbauen und in ein Format bringen, das er an deinen Browser schicken kann.

Wäre doch super, wenn die einzelnen Seiten gleich in diesem Format vorliegen würden, oder? Mir wäre es auch lieber wenn meine Möbel gleich am Stück geliefert würden und nicht in Einzelteilen. Das würde mich echt eine Menge Arbeit ersparen.

Und genau dafür gibt es Caching-Plugins. Die bauen nämlich sämtliche Seiten schonmal auf Verdacht fertig zusammen und legen die im „Geheimversteck“ ab. Wenn dann ein Besucher kommt, wird die gewünschte Seite einfach dort rausgeholt und ausgeliefert. Geht natürlich viel schneller als alles erst zu holen, wenn der Besucher schon vor der Tür steht.

Wenn du an deiner Seite etwas änderst, werden die betroffenen Seiten im Cache einfach ersetzt. Eine Empfehlung für ein Caching-Plugin findest du übrigens in meiner Pluginliste.

Optimiere deine Bilder

Im Vergleich zu Bildern sind HTML- und CSS-Dateien Peanuts. Einzig mit Videos kannst du den Vogel so richtig abschießen. Aber die solltest du sowieso extern hosten, auf Youtube oder Vimeo zum Beispiel.

Bilder machen viel aus, was die Optik deiner Seite betrifft. Ein Bild lockert einen langen Text auf und dient als Blickfang beim ersten Betrachten der Seite. Auch die Suchmaschinen finden’s toll, wenn Bilder zum Einsatz kommen.

Problematisch wird es, wenn Bilder und Grafiken nicht richtig aufbereitet werden für den Einsatz im Web. Die Digitalkameras kommen nämlich mit immer mehr Megapixeln daher. Mit den Dateien könnte man ganze Hauswände tapezieren..

Im Web brauchst du aber höchstens eine Full-HD Auflösung, wenn überhaupt. Du hast in WordPress unter Einstellungen -> Medien auch die Möglichkeit zusätzliche Bildgrößen erzeugen zu lassen, wenn du ein Bild hochlädst. Ein gutes Theme hat außerdem eigene Bildgrößen vordefiniert.

Bilder sollten von der Auflösung her immer nur so groß vorliegen wie du sie auch brauchst. Ist dein Textbereich nur 900 Pixel breit, ist es unsinnig ein Bild einzubinden, das eine Full-HD Breite von 1920 Pixeln hat.

Es lohnt sich mal zu schauen wie breit ein Bild in deinem Theme maximal angezeigt wird und zum Beispiel die mittlere oder die große Größe in den Medieneinstellungen auf diesen Wert zu setzen. Den Wert für Höhe lässt du einfach leer, dann passt WordPress das von selbst an.

Im Nachhinein kannst du das aber (eigentlich) nicht für Bilder ändern, die du schon hochgeladen hast. Eine Lösung dafür findest du aber ebenfalls in der Pluginliste.

Es gibt außerdem spezielle Plugins, die deine Bilder optimieren. Also so richtig klein machen. Beispielsweise WP-Smush oder Optimus.

Ein allgemeiner Tipp: JPGs müssen nicht mit 100 % Qualität gespeichert werden. Für Web reichen zwischen 60 und 80 % aus. Hier lohnt es sich auszuprobieren, bis zu welcher Stufe ein Bild noch gut aussieht. Bei Grafiken ist es sinnvoll auch das PNG-Format auszuprobieren. Gerade bei großen, einfarbigen Flächen werden die Dateien deutlich kleiner als JPG, obwohl sie verlustfrei komprimiert werden.

Es gibt natürlich noch sehr viel mehr Möglichkeiten, deine Seite flotter zu machen. Das hier waren mal die effektivsten, die sich relativ einfach umsetzen lassen. Wenn du tiefer in das Thema einsteigen willst, meld dich bei mir 😉

Vielleicht hast du ja auch noch weitere Tipps? Schreib sie als Kommentar, die anderen Leser und ich freuen uns drauf.

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