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WordPress Themes finden: Deshalb sind viele (teuere) Themes Mist

Bist du gerade erschlagen von der riesigen Menge an WordPress Themes? Das offizielle Theme-Verzeichnis von WordPress enthält schon eine gigantische Auswahl. Dazu kommen etliche weitere, die es auf verschiedenen Marktplätzen zu kaufen gibt. Außerdem Entwickler, die ihre Themes über ihre eigene Seite anbieten.

Du siehst also, da kommt einiges zusammen.

Richtig gute kostenlose Themes zu finden ist nicht einfach. Das will ich auch gar nicht kritisieren. Mal ehrlich: Gute Arbeit sollte auch entsprechend honoriert werden. Wer mit seiner Webseite etwas erreichen will, der sollte auch bereit sein in sein Vorhaben zu investieren.

Das Problem bei den Premium-Themes für WordPress ist, dass sie versuchen alles zu sein. Ein Beispiel, das so tatsächlich passiert ist:

Ein Freund wollte seine Webseite neu aufsetzen und bei dieser Gelegenheit auch gleich das System wechseln. Bisher nutzte er Joomla, jetzt sollte es WordPress werden. Gute Sache fand ich, denn WordPress ist klasse.

Sein bisheriger Web-Mensch schlug dann ein WordPress Theme vor und ich bin fast vom Stuhl gefallen. Das Theme warb mit folgenden Eckdaten: 23 Galerie-Varianten, 16 Portfolio-Varianten, 22 Startseiten-Varianten. Bevor ich mir eine Live-Demo überhaupt anschauen kann, muss ich zwischen 24 Variationen eine auswählen.

Erkennst du das Problem?

Genau genommen sind es sogar drei.

Themes mit zu vielen Funktionen sind eher hinderlich als hilfreich

Wie sollst du als Laie da durchblicken? Wenn du dich für WordPress entscheidest, dann doch wohl weil es so leicht zu erlernen und zu bedienen ist, oder?

In der Zeit, die du brauchst, um dich in so einen Klotz von Theme einzuarbeiten, könntest du eine Doktorarbeit schreiben. Wahrscheinlich könntest du dir sogar selbst Webentwicklung beibringen und deine Seite einfach selbst erstellen.

Und mir geht es da nicht viel anders. Vom Zeitaufwand her, nimmt sich das in vielen Fällen nicht viel.

Ganz im Ernst. Es kommen immer mal wieder (potentielle) Kunden zu mir, die sich im Vorfeld schlau gemacht haben und ein Theme ausgesucht haben, das ihre Anforderungen erfüllt.

Scheinbar jedenfalls. Nur optisch muss es ein bisschen angepasst werden und die ein oder andere Funktion ergänzt werden. Da noch was umgestellt werden, …

In den meisten Fällen kostet der Spaß (fast) genauso viel, als wenn ich die Seite komplett selbst programmiert hätte. Mit dem Unterschied natürlich, dass die Performance des bereits fertigen Themes deutlich schlechter ist, weil es natürlich noch hundert Funktionen mitbringt, die wir in dem Fall gar nicht brauchen.

Und damit kommen wir zum zweiten Problem.

Dynamik ist ein Performance-Killer

Das zweite Problem, das viele Premium Themes mitbringen, ist die Dynamik. Gefühlt alle Inhalte sind dynamisch, das heißt du kannst sie verändern und anpassen. Du kannst zwischen 23 Galerie-Varianten wählen.

Ist doch super, denkst du?

Ist es nicht!

Jede Einstellung die du machen kannst, muss beim Aufrufen der Seite aus der Datenbank abgefragt werden. Ich versuch das mal zu veranschaulichen:

Stell dir vor deine Seite wäre ein Puzzle. Jedes Feld, das du ausfüllen, jedes Häkchen, das du setzen kannst ist ein eigenes Puzzleteil. Je mehr Dinge du also verändern und anpassen kannst, desto mehr Teile hat dein Puzzle.

Jetzt stell dir mal vor du setzt das Puzzle deiner Webseite auf deinem Wohnzimmertisch zusammen, musst aber jedes Teil einzeln aus dem Keller holen. Damit du da nicht tagelang beschäftigt bist musst du entweder sehr schnell laufen oder die Menge der Teile reduzieren.

Nichts anderes passiert bei deiner WordPress-Seite. Der Server geht jedes Mal in den Keller an die Datenbank und holt einen Eintrag raus.

Jetzt ist klar worauf ich hinaus will, oder?

Weniger ist manchmal wirklich mehr (oder du brauchst einen verdammt schnellen Server).

Zu viele Freiheiten sind nicht gut

Es gibt noch ein weiteres Problem. Das passte jetzt leider nicht mehr in meine Geschichte von oben. Ich fang‘ mal so an:

Als Kind hatte ich eine (lose) Zahnspange. Kennst du vielleicht, so ein Plastikteil halt, das man einsetzt und dann nur noch ganz komisch sprechen kann. Nachdem Abdrücke und alles gemacht waren, damit das Teil hergestellt werden konnte, drückte mir der Kieferorthopäde einen Ring mit einer Unmenge an unterschiedlich bunten Plastikstäben dran in die Hand.

Sah ein bisschen aus wie ein fetter Schlüsselbund. Ich durfte mir die Farben für die Spange aussuchen.

Super!

Am Ende war das Teil regenbogenfarben mit Glitzer und dem Logo eines Fußballvereins (kein Scherz!). Fürchterlich anzuschauen.

Tja, passiert… Reden wir nicht mehr drüber.

Was hat das jetzt mit WordPress zu tun?

Das dritte Problem wird größer, je mehr Freiheiten ein Theme dem User bietet. Besonders wenn irgendwo „Page-Builder“ draufsteht, gehen bei mir die Alarmglocken an.

Ein Page-Builder ist eigentlich eine gute Idee. Du hast hier fertige Bausteine, aus denen du deine Seite selbst zusammenbauen kannst. Damit bist du sehr flexibel, gerade wenn deine Seiten etwas aufwändiger gestaltet sein sollen, kommst du mit dem Seiteneditor von WordPress früher oder später nicht mehr weiter.

Die Gestaltung ist allerdings auch der große Haken an der Sache. Vielleicht siehst du das anders und hasst mich jetzt gleich, aber es gibt nicht grundlos Menschen, die „Design“ gelernt haben. Mit einer gewissen Portion an naturgegebenem Talent geht auch einiges, keine Frage, aber in der Regel bemerkt man die Unterschiede.

Entsprechend groß ist dann die Katastrophe, wenn jeder im Seiten-Baukasten Abstände, Schriftart und Größe oder Farben verändern kann.

Dann ist deine Seite am Ende regenbogenfarben mit Glitzer.

Du verstehst? 😉

Für eine Hobby-Webseite würde ich das nicht zu eng sehen, aber bei einem professionellen Hintergrund erwarte ich auch ein professionelles Aussehen.

Fassen wir nochmal zusammen, warum viele Premium-Themes mit Vorsicht zu genießen sind:

  • Themes mit unzähligen Varianten und Variationen brauchen eine gewaltig lange Zeit zur Einarbeitung
  • zu viele Funktionen machen die Seite langsam und träge
  • zu große Freiheiten in der Gestaltung verleiten zu Spielereien und zerstören die professionelle Anmutung der Seite

Es gibt natürlich auch sehr gute Themes zu kaufen, keine Frage. Jetzt wo du die Problematik kennst, kannst du die guten von den miesen selbst unterscheiden.

Mit welchen Themes hast du schon gute Erfahrungen gemacht? Was MUSS ein WordPress Theme deiner Meinung nach mitbringen?

Schreib‘ es mir in den Kommentaren, ich freu‘ mich drauf!

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